WIRED empfiehlt: Videospiele für die Zeit zwischen den Jahren

Die Zeit zwischen den Jahren kann sowohl besinnlich als auch stressig sein. Denn da reihen sich Einkäufe an weihnachtlichen Frohsinn und den Besuch der Verwandten. Ein kurzer Abstecher in die Welt der Videospiele kann da eine Erholungspause bieten. WIRED präsentiert 17 Games, die euch entspannt ins neue Jahr bringen.





























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Die Zeit zwischen den Jahren kann sowohl besinnlich als auch stressig sein. Denn da reihen sich Einkäufe an weihnachtlichen Frohsinn und den Besuch der Verwandten. Ein kurzer Abstecher in die Welt der Videospiele kann da eine Erholungspause bieten. WIRED präsentiert 17 Games, die euch entspannt ins neue Jahr bringen.

Der erste Schnee ist gefallen und in den meisten Gärten strahlt die Weihnachtsbeleuchtung. Im Haus duftet es nach Gebäck und Glühwein. Dazu lassen sich die Tage bis zum Jahresende alsbald an einer Hand abzählen. Es ist die Zeit der Einkehr, Besiegung, der Festessen und auch entnervenden Verwandten. Das ist schön heimelig, ziemlich anstrengend und daher ein guter Anlass, um sich mal wieder in einige Videospiele zu vertiefen. Allerdings sind da ausschweifende Open-World-Giganten oder aufreibende Action-Titel wie Horizon: Zero Dawn, Zelda: Breath of the Wild, Prey oder Uncharted: Lost Legacy nicht unbedingt die passende Wahl.

Gerne drängen einem diese Games sofort dutzende Stunden an Spielzeit auf oder fordern Reaktion und Aufmerksamkeit, die nach einem Weihnachtsessen kaum noch aufzubringen sind. Und was, wenn auch die Neffen und Nichten gerne mitspielen wollen? Dafür gibt es grandiose Alternativen. The Norwood Suite, Little Nightmares und Tacoma lassen sich mit drei bis fünf Stunden an Spielzeit zwischen Weihnachtsmarktbesuch, Bescherung und Silvesterparty zwängen. An Rocket League haben sowohl die Kleinen als auch Erwachsenen durchaus Spaß. Ebenso bieten Rime und Thimbleweed Park spannende Geschichten ohne Zeitdruck und Explosionen. Wer dann doch einmal etwas Dampf ablassen will, der kann das mit dem herrlich puristischen Stick Fight: The Game oder dem behaglichen The Signal From Tölva tun.

WIRED Germany präsentiert eine Auswahl von 17 Games, die euch ins neue Jahr retten.

Draußen ist es euch zu kalt und ungemütlich, aber ihr habt dennoch Lust auf ein Abenteuer im Schnee? Dann ist The Long Dark die ideale Wahl. Hier stürzt der Pilot William Mackenzie mit seinem Flieger ab, nachdem ein sonderbares Licht über den Himmel zuckte. Er findet sich verloren in einer eiskalten Berglandschaft irgendwo in der kanadischen Wildnis wieder. Das Ziel? Einfach überleben. Der Spieler muss einen Unterschlupf suchen, auf Exkursionen gehen, nach Wasser, Nahrungsmitteln und Medizin Ausschau halten. Wenn es zu eisig wird, muss ein Feuer geschürt werden, um dem Kältetod zuvorzukommen.

Dazu ist der Bruchpilot nicht alleine in der eisigen Ödnis. Auch Wölfe und Bären streunen umher. Daher müssen früher oder später Waffen gebaut werden, um sich im Notfall zu verteidigen. Das erinnert durchaus an Survival-Titel wie Ark oder Rust – ist aber weitaus atmosphärischer und stimmiger. Gleichsam bringt das Game auch eine episodische Story-Kampagne mit. In der geht es darum, herauszufinden, was eigentlich passiert ist. Denn der Absturz war offenbar kein gewöhnliches Unglück. Seit der Bruchlandung war kein anderes Flugzeug mehr am Himmel zu sehen. Stattdessen wabern dort nun dauerhaft farbenfrohe Nordlichter.

The Long Dark ist für PC, Mac, Linux, PlayStation 4 und Xbox One verfügbar.

Von wegen Text-Adventures sind altbacken und von gestern! Im Jahr 2016 hatte der Entwickler Jon McKellan mit The House Abandon einen zeitgemäßen Genre-Ableger geschaffen. In dem bestreitet der Spieler auf einem virtuellen 80er-Jahre-Rechner ein fiktives Text-Adventure namens The House Abandon, in dem er im Stile des Klassikers Zork mit traditionellen Wortbefehlen ein Gespensterhaus erforscht. Jedoch gleiten die Welten des Videospiels und die des Spiels im Spiel allmählich ineinander. Das ist unheimlich, ziemlich clever und perfekt, um sich von den Magenschmerzen nach dem Weihnachtsessen abzulenken.

Mit Stories Untold hat McKellan 2017 nun eine ganze Adventure-Sammlung veröffentlicht. Zu der gehören eine neue Version von The House Abandon und drei weitere Computer-Geschichten, die als Sci-Fi-, Mystery- und Psycho-Horror angelegt sind. Darin geht’s um außerirdische Artefakte, fremde Funktransmissionen und das Gefühl, einsam im Dunkeln zu sitzen – und doch nicht alleine zu sein. Die jeweils rund 40 Minuten langen Storys ziehen Inspiration aus 80er-Jahre-Kult-Horror-Streifen, dehnen die Grenzen des Text-Abenteuer-Genres und können richtig überraschen. Wer reinspielen will: The House Abandon gibt’s kostenlos.

Stories Untold ist für PC verfügbar.

Das bevorstehende Ende eines Jahres hat immer auch etwas Irreales an sich. Genau dieses Gefühl spiegelt sich in The Norwood Suite, dem spirituellen Nachfolger des avantgardistischen Indie-Erfolgs Off-Peak. In diesem Ego-Abenteuer steigt der Spieler in der titelgebenden Hotelanlage ab. Die Aufgabe? Sie auskundschaften und herausfinden, was in dem ehemaligen Heim eines exzentrischen Komponisten so los ist. Hierfür werden Gespräche mit Gästen und Angestellten geführt, simple Rätsel gelöst und mit all den Kleinigkeiten herum getüftelt, die sich in den Kulissen verstecken. The Norwood Suite wirkt wie eine Kreuzung aus einem David-Lynch- und Wes-Anderson-Film. Sämtliche Figuren sind schrullige Charaktere, die schräge Dialoge führen. Das Hotel ist überschüttet mit absurden Wandmalereien, wundersamen Bildern und durchflutet von sphärischen Klängen und beschwingter Jazz-Musik. Nach und nach wird diese Umgebung weiter geöffnet und erlaubt es, neue Kuriositäten und Hotelbereiche zu entdecken. Es macht Freude sich in dieser interaktiven Collage zu verlieren und in der fröhlich irritierenden Bilder-und-Klang-Welt zu versinken.

The Norwood Suite ist für PC verfügbar.

Ein Schiff kreuzt über den Ozean. Es gerät in einen Sturm. Am Tag darauf findet sich ein kleiner Junge an einem Sandstrand einer mediterranen Insel wieder. Die ist übersät von kalkweißen Ruinen und wird von einem gigantischen Turm überragt. Laufend, kletternd und springend wird die sonderbare Kulisse erforscht. Dazu müssen Rätsel geknackt werden, um neue Areale aufzusperren. Hierfür werden okkulte Statuen in der richtigen Reihenfolge aktiviert. Ein anderes mal werden Relikte und Wandbilder perspektivisch in Einklang gebracht oder gar die Sonne über den Himmel gezogen.

Begleitet wird der Knabe auf seiner Erkundungstour von einem freundlichen Fuchs. Ja, Rime ist ein farbenfrohes wie auch frohsinniges Puzzle-Abenteuer, das aber auch mit mystischen Anklängen und packenden Geheimnissen zu begeistern weiß. Denn offenbar ist der Junge nicht gänzlich alleine. Ein Mann scheint ihn zu verfolgen, antike Roboter stapfen umher und schattenhafte Kreaturen vollziehen Prozessionen. Selbst wenn das Game nicht gänzlich an offensichtliche Vorbilder wie Journey oder Ico heranreicht, ist es doch ein schickes und erlebenswertes Märchen.

Rime ist für PC, PlayStation 4, Xbox One und Switch erhältlich.

Der Aufbruch ins All hat begonnen. Aber nicht immer geht alles so glatt, wie geplant. So findet sich eine kleine Gruppe von interstellaren Siedlern ohne große Vorbereitung im Inneren eines riesigen Asteroiden wieder. Der muss nun als Basis für eine neue Kolonie herhalten. Dafür wird der riesige Felsbrocken durch die Kolonisten ausgehöhlt. Sie schürfen Ressourcen wie Kupfer, Eisen aber auch Düngestoffe. Die Höhlenstrukturen werden zu Schlaf-, Generator- und Speicherärumen, Aquafarmen, Medizintrakten und Thermoregulatoren ausgebaut. Schnell entsteht in der Aufbausimulation eine kleine und wuselige Siedlung.

Ebenso rasant wird Oxygen Not Included aber recht nervenaufreibend. Denn eine Ressource wird alsbald knapp: Die Atemluft. Die muss stetig wiederaufbereitet werden. Wer weiter in den Meteor vordringen will, muss zudem zusätzlichen Sauerstoff generieren. Auch für Wasser und Wärme will gesorgt sein. Wachstum und Vorräte müssen also stetig in der Balance gehalten werden. Geht das schief, enden die Siedler als Eisklumpen oder Aschenhäufchen. Das ist clever, amüsant und fordert unkonventionelles Denken.

Oxygen Not Included ist für PC, Mac und Linux verfügbar.

Die Zeit zwischen den Jahren ist nicht nur freudig, sondern gerne auch von Melancholie geprägt. Ebenso wie Little Nightmares. Das düstere Indie-Abenteuer beginnt in den Tiefen des Schlundes. Diese bizarre Unterwasserstation liegt irgendwo im Ozean und ist nur durch einen rauchenden Schornstein erkenntlich, der drohend aus dem Wasser ragt. Der Spieler übernimmt das in eine gelbe Regenjacke gekleidete Mädchen Six, das aus eben diesem Höllenloch entkommen will. Wie sie dort hinkam? Das ist nur eine der Fragen, die im Spielverlauf aufgeworfen werden.

Das kleine Mädel wird durch die einzelnen Räume der surrealen Kulisse geführt. Dabei muss mal an einem unheimlichen Koch vorbei geschlichen werden, der sie zu Schaschlik verarbeiten will. Dann muss sie den langen Armen des garstigen Hausmeisters entkommen. Ebenso wollen Schalter- und Sprungrätsel gelöst werden, die den Weg in immer neue und zunehmend albtraumhafte Areale eröffnen. Das ist intelligent, furchterregend und auch hübsch anzusehen. Little Nightmares ist zweifelsohne eines der bemerkenswertesten Indie Games des Jahres 2017.

Little Nightmares ist für PC, PlayStation 4 und Xbox One verfügbar.

Wer sich doch etwas länger von der Familie verabschieden möchte, der wird mit Torment: Tides of Numenera glücklich. Das Rollenspiel versteht sich als spiritueller Nachfolger des Kultklassikers Planescape: Torment. Dabei setzt Tides of Numenera eine Milliarde Jahre in der Zukunft an. Die Erde ist nicht wiederzuerkennen. Es existieren Wüsten aus Kristall, Städte erbaut in riesigen Lebewesen und Wolken aus Nano-Robotern. Der Spieler übernimmt die Rolle eines Menschen, der vom Changing God, einer unsterblichen Entität, besessen war, aber nun abgelegt wurde.

Jedoch muss der Spieler das Wesen wiederfinden. Eine mächtige Kraft ist hinter ihm her, die das Treiben des Changing God unterbinden will. Das geht wie einst in den 90ern. Aus einer Iso-Perspektive wird der Held durch die bildschönen Kulissen geführt. Er rekrutiert Mitglieder für seine Gruppe, führt lange Dialoge, lernt vieles über die Welt, ihre Kultur und Gesellschaft. Ebenso werden Kämpfe gegen Monster, Banditen und fremde Kreaturen geführt. Das dauert rund 30 Stunden und lässt nicht nur Erinnerungen an Planescape, sondern auch Baldur’s Gate oder Icewind Dale aufkommen.

Torment: Tides of Numenera ist PC, Mac, Linux, PlayStation 4 erhältlich.

Natürlich kann man der feinen Verwandtschaft nicht gänzlich entkommen. Warum also nicht mit den Familienmitgliedern gemeinsam spielen oder ihnen zumindest etwas Unterhaltung bieten? Beides geht mit dem fantastischen Keep Talking and Nobody Explodes. Die Idee ist so einfach wie genial: Eine Bombe tickt und muss entschärft werden. Dafür braucht es mindestens zwei Spieler. Einer hat den Sprengsatz vor sich auf dem Schirm – oder wahlweise mit einem VR-Headset direkt vor Augen – und kann ihn inspizieren und manipulieren. Die Mitspieler haben hingegen die ausgedruckte Anleitung in Händen.

Nur gemeinsam lässt sich die Explosion verhindern. Denn bei jedem Spielstart wird die Bombe ganz zufällig aus verschiedensten Bestandteilen generiert. Knöpfe, Leiterplatten, Drähte, Leuchtanzeigen, Tasten und ein Timer, der gnadenlos einen Countdown abspielt. Nach und nach müssen die Spieler im Dialog herausarbeiten, was wie zusammenhängt. Da werden optischen Details beschrieben, Anweisungen gebrüllt, gerätselt, gestritten und in Hektik verfallen. Keep Talking ist irrwitzig, spannend, für jeden verständlich und damit ein grandioses Party-Game. Vor allem, wenn schon der erste Sekt geflossen ist.

Keep Talking and Nobody Explodes ist für PC mit Oculus Rift und HTC VIVE, PlayStation 4 mit PlayStation VR und Android-Geräte erhältlich.

Die Raumstation Tacoma hängt fest im Orbit des Mondes. Sie diente mit ihrer noblen Art-déco-Ausstattung einst als Bahnhof in die Weiten des Alls. Als Amy Ferrier dort andockt, wird sie jedoch nicht von Menschenmassen, sondern einer betäubenden Stille empfangen. Keine Seele ist zu sehen. Die Aufgabe im neuen Game der Entwickler von Gone Home ist es nun herauszufinden, wie und was auf Tacoma geschehen ist. Dafür erkundet der Spieler aus Ego-Perspektive in geradezu meditativer Manier die Hallen, Betriebsräume und Besatzungsquartiere und studiert die Hinterlassenschaften der Crew.

Durch ein Augmented-Reality-System kann die verschwundene Besatzung zudem virtuell wieder zum Leben erweckt werden. Hologramme stellen ihre letzten Stunden nach, lassen Gespräche und Streits belauschen. Damit kann auch in das intimste Privatleben dieser Menschen eingetaucht werden. Sie kennenzulernen ist die eigentliche Essenz des Spiels. Bei alldem wird Amy vom Stationscomputer ODIN unterstützt. Doch der scheint ihr nicht gänzlich die Wahrheit zu sagen. Das rund drei Stunden lange Tacoma bietet keine Action, sondern Ruhe, Gelassenheit und eine Erfahrung, die mit Mysterien und Charakteren gefangen nimmt.

Tacoma ist für PC, Mac und Xbox One erhältlich.

Ihr wollt eigentlich in aller Ruhe eine Weile zocken, aber habt nun die Neffen oder Nichten am Hals. Eigentlich ist da Mario Kart immer die Lösung. Aber was, wenn die Kids davon die Nase bereits voll haben? Dann solltet ihr mal Rocket League antesten. Das lässt sich am Besten mit den Worten „Wie Stefan Raabs Autofußball – nur in spektakulär“ beschreiben. Genau das ist es nämlich. Alleine, im Netz oder mit bis zur vier Spielern im lokalen Splitscreen wird hier Fuß- oder auch Basketball mit ferngesteuerten Autos gespielt.

Mit den kleinen Flitzern wird ein riesiger Ball durch verschiedenste Arenen gescheucht. Dabei können die Fahrzeuge mit Raketenboost harte Kicks vollführen. Mit einer Sprungfunktion katapultieren sie sich in die Luft, wobei sie frei gedreht und herumgewirbelt werden, um Fallrückzieher und andere Tricks zu vollführen. Aber all das muss man nicht sofort beherrschen. Bei Rocket League kommt der Spaß und das Können beim Spielen. Ebenso reicht nicht selten auch etwas Glück, um das ein oder andere Tor zu schießen.

Rocket League ist für PC, PlayStation 4, Xbox One und Nintendo Switch verfügbar.

Es läuft, wie es eigentlich immer läuft – auch in der fernen Zukunft. Die Wohlhabenden ziehen sich auf paradiesische Planeten zurück. Der Rest der Menschheit fristet auf heruntergekommenen Felsbrocken sein Dasein oder versucht, sich im All als Schrottsammler und Schatzsucher durchzuschlagen. Im Comic-artigen Taktik-Werk Deep Sky Derelicts ist der Spieler eben Letzteres. Er stellt sich eine Crew aus verwegenen Kameraden zusammen und macht sich von einem Raumhafen aus auf, um verlassene Schiffswracks in der Galaxie zu durchforsten.

Das Spielprinzip gestaltet sich als Kreuzung aus X-COM und Darkest Dungeon. Die Relikte im All werden auf einer Übersichtskarte Feld für Feld erkundet. Kommt es zu einem Kampf mit einem Alien-Wurmwesen oder Raumbanditen, wechselt das Game in einen Runden-Taktik-Modus. Die Kämpfe werden jedoch nicht mit einfachen Attacken ausgefochten, sondern mit Magic-The-Gathering-aritgen Karten, die verschiedenste Angriffe erlauben. Das klingt sonderbar ist aber schnell erlernt und zieht in ein packendes Abenteuer, in das sowohl einige Minuten als auch etliche Stunden investiert werden können.

Deep Sky Derelicts ist für PC verfügbar.

Einst war Thimbleweed Park dank der dortigen Kopfkissenfabrik eine florierende Stadt. Im Jahr 1987 leben dort aber nur noch einige Spinner und ein Mörder. Im Fußlauf nahe der Gemeindegrenze wird nämlich eine Leiche gefunden. Zwei FBI-Agenten treten an, um zu ermitteln und kommen alsbald einem unglaublichen Geheimnis auf die Spur. Okay, das tun sie nicht ganz alleine: Im Verlauf des Point’n’Click-Adventures übernimmt der Spieler auch die Kontrolle über einen Geist, einen verfluchten Clown und eine jungen Erbin, die die Stadt eigentlich längst hinter sich gelassen hatte.

Thimbleweed Park ist mit der breiten Steuerleiste und den „Öffne“-, „Schaue“- und „Rede“-Befehlen so retro, wie ein Adventure nur sein kann. Kein Wunder: Hinter dem Game steht Ron Gilbert, der einst die Lucas-Arts-Titel Monkey Island und Maniac Mansion erschaffen hat. Als deren spiritueller Nachfolger ist das Pixel-Abenteuer auch gedacht. Entsprechend selbstironisch und komisch kommt das von Twin Peaks und Akte-X inspirierte Story-Geflecht daher. Wobei über die zehn bis zwölf Stunden Spielzeit auch schräge Enthüllungen und verquere Wendungen nicht zu kurz kommen.

Thimbleweed Park ist für PC, Mac, Linux, Xbox One und Nintendo Switch verfügbar.

Ein Funkfeuer blitzt auf dem Planeten Tölva auf. Ein Datenhändler will wissen, was es damit auf sich hat. Also transferiert er sein Bewusstsein kurzerhand in eine Roboter-Drohne, die bis dahin, wie Tausende andere, den einsamen Planeten nach Ressourcen durchstöberte. Bei Tölva handelt es sich um eine offene Spielwelt wie in den Games der Far-Cry-Reihe. Aber damit hören die Vergleichswerte schon auf. Das Werk des Studios Big Robot ist zwar ein Ego-Shooter, aber schlägt mythische, ja geradezu elegische Töne an. Das Erkunden und Erfahren steht im Zentrum – nicht das Schießen.

Mit improvisierten Waffensystemen sprintet der Spieler durch kühle Gras- und Felsgebiete. Er sieht immer wieder abgestürzte Raumschiffe, Gliedmaßen riesiger Roboter und nebulöse Anomalien. Der Kampf gegen feindliche Blechkrieger ist eher Mittel zum Zweck, um an einzelne Datenknoten zu gelangen. Anschließend geht es wieder auf Erkundungstour. The Signal From Tölva schafft eine gelassen-idyllische Atmosphäre, die auf sonderbare Weise zur dunklen Jahreszeit passt. Daher ist es wohl kein Zufall, dass die Entwickler dem Game bald ein kostenfreies Winter-Addon zukommen lassen wollen.

The Signal From Tölva ist für PC verfügbar.

Nach vielen Jahren kehrt Edith in das Heim ihrer Eltern zurück. Sie ist die letzte Überlebende der Finch-Familie, deren Angehörige allesamt unter bizarren Umständen dahinschieden. Dazu verfolgten die Finches eine charmante und zugleich morbide Tradition: Starb ein Verwandter, wurde dessen Schlafzimmer versiegelt, wodurch die Familienresidenz in jeder Generation erweitert werden musste. Dutzendfach schachteln sich Räume und Anbauten nun aufeinander. In What Remains of Edith Finch durchstreift der Spieler das Tim-Burton-artige Haus. Dadurch taucht er in die Leben der Toten ein.

Die einzelnen Erinnerungssequenzen gestalten sich als interaktive Kurzgeschichten, die so unterschiedlich wie faszinierend ausfallen. Der Spieler vergnügt sich als Kind auf einer Schaukel und fliegt hinauf in die Wolken. Er arbeitet in einer Fischfabrik und köpft Forellen, während er in seiner Phantasie durch die Welt reist oder wird zum Unterseemonster, das arme Matrosen verspeist. Das sind traumhafte Bilder und wunderliche Momente, die von poetischen Dialogen unterlegt sind. What Remains of Edith Finch ist eine unaufgeregte und besondere Erfahrung, die etwa zwei bis drei Stunden in Beschlag nimmt.

What Remains of Edith Finch ist für PC und PlayStation 4 und Xbox One verfügbar.

Manchmal kann eine kurze Ablenkung zwischendurch einfach nötig sein. Vielleicht weil die sonst so liebe Großtante gerade einen Streit über Häkeldecken vom Zaun gebrochen hat oder alle Vanillekipferl schon weg gefuttert wurden. Wer weiß. Ein bisschen Action und Haudrauf hilft da einfach beim Dampf ablassen. Ego-Shooter wie Destiny 2 oder Beat’em Ups wie Street Fighter 5 sind da eine Möglichkeit. Aber wie wäre es zur Abwechslung mal mit dem herrlich unkomplizierten Stick Fight: The Game?

Der Name sagt bei diesem Videospiel schon alles. Hier treten mehrere Spieler online jeweils mit einem Strichmännchen in kleinen 2D-Arenen gegeneinander an. Sie können springen, rennen und natürlich Schläge und Tritte austeilen. Dazu fallen vom Himmel mal Pistolen, Raketenwerfer, Schrotgewehre oder gar Schwarze-Loch-Generatoren herab. Eigentlich basiert ein Sieg mehr auf Glück als echtem Können. Das ist amüsant, großartig albern und äußerst kurzweilig. Genau das macht Stick Fight: The Game zur perfekten Ablenkung.

Stick Fight ist für PC verfügbar.

Wem die echte Winterzeit zu matschig ist, der kann dank Virtual Reality in ein pittoreskeres wie auch gefährliches Winterwunderland flüchten. Nämlich die Fantasy-Welt von Himmelsrand. Denn mit The Elder Scrolls 5: Skyrim VR wurde das bereits sechs Jahre alte Rollenspiel Skyrim samt der später erschienen Erweiterungen für PlayStation VR neu veröffentlicht. Mit der Virtual-Reality-Brille kann man nun gänzlich in die dichten Wälder und verschneiten Berglandschaften eintauchen. Dazu kann, wer mag, Schwert und Schild auch mit der Bewegungssteuerung PlayStation Move führen.

Hinsichtlich der Geschichte ist alles beim Alten. Der Spieler ist auserkoren, sich dem Weltenfresser Alduin zu stellen. Doch bis dahin muss er sich durch das unterkühlte Reich und seine Siedlungen schlagen. Hierbei werden unzählige Aufgaben erledigt, untote Skelette und garstige Banditen niedergestreckt, ein drohender Bürgerkrieg geschlagen – oder sinnlos Käselaibe von Bergen heruntergerollt. Das ist so unterhaltsam wie zum erstmaligen Erscheinen. Wer das Winterreich nicht unbedingt mit VR-Brille retten mag, der kann Skyrim auch in der grafisch aufgebesserten Special Edition erleben.

The Elder Scrolls 5: Skyrim VR ist für PlayStation 4 mit PlayStation VR verfügbar.
The Elder Scrolls 5: Skyrim Special Edition ist für PC, PlayStation 4, Xbox One und Nintendo Switch verfügbar.