Christian Schmidt: Agrarminister wird in sozialen Medien bedroht

Nach der Glyphosat-Kontroverse habe Christian Schmidt Drohungen bekommen, sagt seine Sprecherin. Seine Facebook-Seite ist jetzt offline.

Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) wird nach seinem Glyphosat-Votum in den sozialen Medien bedroht. Schmidt habe eine “hohe Anzahl von groben Beleidigungen und auch Drohungen” bekommen, sagte seine Sprecherin. Nach Informationen der Bild waren darunter auch Morddrohungen. Ein großer Teil davon sei über die private Facebook-Seite des Politikers
eingegangen, die er deshalb vom Netz habe nehmen lassen. Die Drohungen richteten sich außerdem auch gegen Schmidts Angehörige.

Schmidt hatte mit einem Alleingang bei der Abstimmung zur Zukuft des Pflanzenschutzmittels Glyphosat
für Aufruhr gesorgt. Entgegen den Vereinbarungen zwischen Union und SPD
hatte der Minister in Brüssel dafür gestimmt, den Einsatz von Glyphosat
um weitere fünf Jahre zu verlängern. Bislang hatte sich Deutschland
der Stimme enthalten, weil Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) gegen eine Verlängerung war.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) rügte Schmidts Alleingang. Sie sah einen Verstoß gegen die Geschäftsordnung der Bundesregierung. Hendricks sprach von einem beleidigenden Affront, nach dem es
“vertrauensbildende Maßnahmen” brauche. Ob sie damit einen Rücktritt Schmidts meint, ließ sie offen.  

Demonstranten forderten vor der CSU-Parteizentrale in München den Rücktritt des Landwirtschaftsministers. Auch in der restlichen Bevölkerung hat Schmidt nach seinem Alleingang bei dem viel diskutierten Thema keinen großen Rückhalt: Insgesamt sind drei Viertel der
Bevölkerung der Meinung, der Minister solle zurücktreten. Das
ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey
im Auftrag der Funke Mediengruppe.