Bürgerkrieg: Mehr als 60 Tote bei Kämpfen im Jemen

Im jemenitischen Bürgerkrieg sind Dutzende Menschen getötet und verletzt worden. Rebellen und Militärkoalition kämpfen dort um die strategisch wichtige Provinz Hodeida.

Im Bürgerkriegsland Jemen sind mehr als 60 Menschen bei Luftangriffen und Kämpfen getötet worden. Wie lokale Sicherheitskräfte mitteilten, wurden in der Provinz Hudeida mindestens 53 Huthi-Rebellen bei einer Luftoffensive der saudisch geführten Militärkoalition getötet. Zudem seien mehr als 60 Rebellen verletzt worden. Auf Seite der Regierungstruppen starben mindestens zwölf Menschen, 19 erlitten Verletzungen.

Die Huthi-Rebellen hatten vergangene Woche eine Rakete auf die saudi-arabische Hauptstadt Riad abgefeuert. Nach Angaben der schiitischen Huthis galt der Angriff dem saudischen Königspalast. Seitdem haben sich die Luftangriffe und Kämpfe in Hudeida verstärkt, beide Seiten haben ihre Truppenpräsenz deutlich erhöht. Die derzeit von den Huthis kontrollierte Provinz ist von strategischer Bedeutung, sie hat einen wichtigen Hafen am Roten Meer.

Im Jemen kämpfen seit drei Jahren die schiitischen Huthi-Rebellen gegen die international anerkannte Regierung des Landes. Diese wird von einer saudisch geführten Militärkoalition unterstützt, die in dem Land Luftangriffe fliegt. Aus dem Bürgerkrieg hat sich in den vergangenen drei Jahren ein Stellvertreterkrieg zwischen dem Iran und Saudi-Arabien entwickelt: Beide Mächte kämpfen um die Vorherrschaft in der Region. Mit dem Militäreinsatz im Jemen will das sunnitische Saudi-Arabien den Einfluss des schiitischen Irans stoppen, der die Huthis unterstützt.

Seit Beginn des Bürgerkriegs wurden bereits mehr als 8.700 Menschen getötet und Zehntausende verletzt. Laut UN-Angaben sind im Jemen rund 8,4 Millionen Menschen vom Hunger bedroht, zudem herrscht eine dramatische Cholera-Epidemie.