Air Berlin: Niki-Gründer rechnet nicht mit Kreditrückzahlung

Niki Lauda rechnet nicht damit, dass die Regierung ihr Geld aus der Air-Berlin-Pleite zurückerhält. Für die insolvente Fly Niki will er mitbieten, sagte er der ZEIT.

Die Insolvenz des österreichischen Flugunternehmens Fly Niki könnte für die Steuerzahler teuer werden. Der Firmengründer Niki Lauda rechnet selbst nicht damit, dass die Bundesregierung viel von dem an den Mutterkonzern Air Berlin ausgezahlten 150 Millionen-Euro-Kredit zurückerhält. “Ich weiß nicht mal, woher die Hälfte zurückkommen soll, wie die Insolvenzverwalter dieser Tage behaupten. Das Risiko ist groß, dass gar nichts zurückkommt”, sagt Lauda im Gespräch mit der ZEIT. 

Für seine einst von ihm gegründete und nun insolvent gegangene Fluggesellschaft Fly Niki wolle Lauda am Donnerstag mitbieten. Mit einer Entscheidung vor den Feiertagen rechnet er nicht: “Vor Weihnachten ist das sicher nicht erledigt. Bis Donnerstag wird es mehrere Angebote geben, und Freitag wird es kaum heißen, der Herr Lauda kriegts.” 

Außerdem erneuerte Lauda seine Kritik am Verhalten der Lufthansa in der Fly-Niki-Insolvenz: “Jetzt versaut sie vielen Urlaubern und ihren Kindern den Urlaub. Und dann stehen da Hunderte Mitarbeiter und wissen Weihnachten nicht, wie es weiter geht. Aber Hauptsache, wir bekommen noch ein paar Start- und Landerechte. Da grauts mir.”

Ursprünglich wollte die Lufthansa die Air-Berlin-Töchter Fly Niki und LG Walter für 210
Millionen Euro aus der Insolvenzmasse von Air Berlin übernehmen. Um den Flugbetrieb bis Ende November aufrechtzuerhalten, hatte die Bundesregierung Air Berlin im August einen Kredit von 150 Millionen Euro gewährt. Der Schritt war umstritten: Ryanair-Chef Michael O’Leary hatte die Staatshilfe als indirekte illegale Hilfe für die Lufthansa kritisiert.

Am vergangenen Mittwoch hatte die Lufthansa ihr Angebot für die Fluggesellschaften aber überraschend zurückgezogen. Grund waren Wettbewerbsbedenken der EU-Kommission. Fly Niki meldete daraufhin Insolvenz an und stellte den Flugbetrieb ein. Knapp 40.000 Passagiere hatten innerhalb der kommenden zwei Wochen Heimflüge mit Fly Niki gebucht. Mehrere Fluggesellschaften wollen der Airline nun beim Rücktransport der Passagiere aus dem Ausland helfen, darunter die Ferienflieger Condor und Tuifly.

Unterdessen habe das Verkehrsministerium in Wien ein Prüfverfahren zur Rettung der Fluglinie eingeleitet, berichtet der Spiegel. Dies räumt der Rettung der Fluglinie mehr Zeit ein als bislang angenommen. Solange die Prüfung laufe, müsse die insolvente Air-Berlin-Tochter ihre Start- und Landerechte nicht in den kommenden Tagen abgeben.

Die Start- und Landerechte gelten als ein entscheidendes Kaufkriterium für Niki. Die Regelung gelte nicht nur für Österreich, sondern auch für Deutschland, wie die zuständige Flughafenkoordination in Frankfurt auf Anfrage des Spiegels bestätigt hat.