Ägypten: Mehr als 100 Tote bei Anschlag auf Moschee auf dem Sinai

Im Norden der ägyptischen Sinai-Halbinsel ist eine Moschee angegriffen worden. Die Attentäter sollen Bomben gezündet und dann flüchtende Gläubige erschossen haben.

Angreifer haben auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel
eine Moschee angegriffen und dabei mehrere Bomben gezündet. Dabei wurden nach Angaben staatlicher Medien 184 Menschen
getötet. Die Zahl der Todesopfer hatte sich mehrfach erhöht. Mindestens 125 weitere Menschen seien verletzt worden, berichtete das Staatsfernsehen.

Die Moschee in der Stadt Bir al-Abd rund 40 Kilometer von der Sinai-Hauptstadt Al-Arisch war zum Zeitpunkt des Angriffs mit Gläubigen gefüllt, die sich zum
Freitagsgebet versammelt hatten. Nach Angaben von Polizeibeamten handelte es sich um vier Männer, die
während der Predigt in der Moschee aus Geländewagen heraus das Feuer auf
die Gläubigen eröffneten. Einem Sprecher des Gesundheitsministeriums
zufolge setzten die Angreifer auch einen Sprengsatz ein.

Wer für die Tat verantwortlich ist, ist bisher noch unklar.

Auf der Sinai-Halbinsel
kommt es immer wieder zu terroristischen Angriffen eines Ablegers der
Terrormiliz “Islamischer Staat” (IS). Dabei wurden
bereits Hunderte Menschen getötet. Vor allem Sicherheitskräfte sind das Ziel der Islamisten. Militär und Polizei gehen in der Region hart
gegen mutmaßliche Terroristen vor.

Bei Razzien kam es zuletzt häufiger
zu tödlichen Schusswechseln. Erst im Juli wurden ebenfalls in der Nähe von Al-Arisch bei einer
Explosion sieben Zivilisten getötet worden, als die Armee versuchte,
einen drohenden IS-Anschlag zu verhindern. Die Region im Norden der Halbinsel ist zu
großen Teilen militärisches Sperrgebiet.